11.01.2026
Bauwirtschaft: Nachhaltigkeitsregulierung bremst Kreditvergabe und Investitionen
Die Nachhaltigkeitsregulierung wirkt zunehmend als Hemmschuh für Investitionen und Kreditvergaben im Baugewerbe. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Genoverbands unter 277 Vorständen von Volks- und Raiffeisenbanken. Knapp die Hälfte der Firmenkunden gilt aus Sicht der Banken bei der Bereitstellung von Nachhaltigkeitsdaten als überfordert.
Nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe liegt die Ursache nicht im fehlenden Engagement der Unternehmen, sondern in einer stark daten- und formalgetriebenen Regulierung. „Wenn Nachhaltigkeitsanforderungen vor allem über immer neue Datenpunkte und Nachweise wirken, werden Investitionen gebremst – bis hin zur Kreditvergabe“, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Verbands.
Der Baumittelstand investiert seit Jahren kontinuierlich in Ressourceneffizienz, Materialeinsparung, Kreislaufansätze und regionale Wertschöpfung. Die bestehenden regulatorischen Anforderungen orientieren sich jedoch überwiegend an Konzernstrukturen. Mittelständische Bauunternehmen verfügen in der Regel weder über eigene ESG-Abteilungen noch über ausreichende Ressourcen für komplexe Berichtssysteme. „Es geht den Unternehmen nicht um weniger Nachhaltigkeit, sondern um weniger Bürokratie und mehr Markt“, so Pakleppa.
Aus Sicht des Verbands braucht es eine stärkere Wirkungsorientierung bei der Bewertung von Nachhaltigkeit. Zudem erhöht mehr Rechtssicherheit, etwa bei der Anerkennung von Recyclingmaterialien als Produkte, die Planbarkeit und reduziert Finanzierungsrisiken. Nachhaltige Investitionen lassen sich nur dann beschleunigen, wenn Finanzierung als Hebel wirkt und nicht zum Hemmschuh wird.
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