15.01.2026
DFWR fordert Überarbeitung der EU-Wiederherstellungsverordnung
Mit einem EU-Symposium und mehr als 200 internationalen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung eröffnete der Deutscher Forstwirtschaftsrat (DFWR) das forstpolitische Jahr 2026. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Forstpolitik mit Weitblick – Im Dialog für Europas Wälder“.
Unter den Teilnehmenden waren EU-Kommissar Christophe Hansen, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Martina Englhardt-Kopf sowie der österreichische Bundesminister Norbert Totschnig.
Neben der EU-Bioökonomiestrategie und der Anpassung Europas Wälder an den Klimawandel war auch die EU-Wiederherstellungsverordnung (WVO) zentrales Thema der Veranstaltung.
Der DFWR sieht die Wiederherstellungsverordnung als eine der zentralen Herausforderungen für die europäische Forstwirtschaft in den kommenden Jahren. Dabei kritisiert der Verband, dass die Verordnung Zielzustände vorgibt, die unter den veränderten Klimabedingungen vielerorts nicht mehr dauerhaft erreichbar sind.
Klima- und Biodiversitätsschutz kann nur gemeinsam mit Waldbesitzern und Forstbetrieben gelingen. Voraussetzung dafür sind wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen, klare rechtliche Vorgaben und eine praxisnahe Ausgestaltung der Regelwerke. Überbordende Bürokratie und eine unklare Rechtslage belasten die Branche zusätzlich und schwächen ihre Wettbewerbsfähigkeit.
Aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat kommt ebenfalls der Hinweis, dass Waldschutz und Nutzung zusammengehören. Die Politik setzt auf eine gezielte Verwendung öffentlicher Mittel sowie auf kohärente, eindeutige und möglichst bürokratiearme EU-Regelungen.
Parallel zum Symposium veröffentlichte der DFWR ein Forderungspapier zur EU-Wiederherstellungsverordnung. Darin fordert der Verband eine Überarbeitung der Regelungen. Ziel ist mehr Flexibilität, Praxistauglichkeit und Planungssicherheit für die Betriebe. Der Wald bleibt ein bewirtschafteter Naturraum mit ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Leistungen. Aktive Waldbewirtschaftung ist Teil der Lösung. Zusätzlicher Aufwand aus der Umsetzung der Verordnung wird durch einen europäischen Wiederherstellungsfonds ausgeglichen.
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