19.01.2026

GD Holz kritisiert Waldkauf der NABU-Stiftung

Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) kritisiert das laufende Waldkaufverfahren der NABU-Stiftung. Nach Angaben des Verbandes hat die Stiftung im Landkreis Mansfeld-Südharz rund 1.000 Hektar Waldflächen erworben. Die Finanzierung erfolgte aus dem steuerfinanzierten Förderprogramm „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) mit einem Gesamtvolumen von 118 Mio. Euro. Der Kaufpreis soll bei rund 30 Mio. Euro gelegen haben, entsprechend etwa 30.000 Euro je Hektar und damit rund 50 Prozent über dem marktüblichen Niveau.

Der GD Holz stellt die Zweckmäßigkeit des Vorgehens infrage. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass ein teils öffentlich finanzierter Verband Waldflächen zu überhöhten Preisen erwirbt, um sie anschließend stillzulegen“, erklärt Maximilian Habisreutinger, Vorsitzender des GD Holz. In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wirft dies Fragen zur verantwortungsvollen Verwendung öffentlicher Mittel auf.

Aus Sicht des Verbandes steht die geplante Stilllegung im Widerspruch zu den Zielen des Förderprogramms. Wälder leisteten einen langfristigen Beitrag zum Klimaschutz vor allem dann, wenn sie aktiv wachsen und nachhaltig bewirtschaftet werden. In unbewirtschafteten Beständen nähere sich die CO₂-Bilanz mittelfristig dem Nullpunkt; in späteren Zerfallsphasen könne es sogar zu einer Netto-Freisetzung von CO₂ kommen.

Zudem weist der GD Holz auf wirtschaftliche Folgen hin: Durch die Stilllegung würden künftig rund 1.000 Hektar Wald der nachhaltigen Holzproduktion entzogen. Das habe Auswirkungen auf die regionale Wertschöpfungskette in Sachsen-Anhalt und auf die Bereitstellung des Rohstoffs Holz.
„Mit Steuergeld überbieten und anschließend die Klimaschutzfunktion des Waldes zu mindern, ist aus unserer Sicht kein Klimaschutz“, so Habisreutinger. Nachhaltige Waldbewirtschaftung binde CO₂ in langlebigen Produkten und stärke zugleich die heimische Wirtschaft, während Stilllegung diese Effekte nicht erziele.

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GD Holz kritisiert Waldkauf der NABU-Stiftung
Foto/Grafik: A/ Günter Albers
Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel warnt vor den Folgen großflächiger Waldstilllegungen für Wirtschaft und Klimaschutz
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