01.10.2026
Egger steigt bei Sinowolf ein
Egger will sich mit 30 Prozent am chinesischen Kantenhersteller Sinowolf beteiligen. Eine entsprechende Vereinbarung ist unterzeichnet. Der Abschluss der Transaktion wird bis November 2026 erwartet und steht noch unter den vereinbarten Prüfungs- und Vollzugsbedingungen. Mit dem Einstieg baut Egger sein internationales Kantengeschäft aus. Sinowolf bleibt dabei eigenständig, tritt weiter unter eigener Marke auf und behält die Verantwortung für das operative Geschäft. Eine Integration in die Egger-Gruppe ist nicht vorgesehen.
Sinowolf wurde 2007 gegründet und produziert Kantenlösungen für den Möbel- und Innenausbau. Das Unternehmen betreibt zwei Werke in Zhaoqing in der Provinz Guangdong und in Huzhou in Zhejiang. Die Gesamtkapazität liegt bei einer Milliarde Laufmetern Kante pro Jahr. Sinowolf exportiert in mehr als 30 Länder. Zum Portfolio gehören Kanten aus PVC, ABS, PP und PMMA sowie Lösungen für Digitaldruck und Laserkanten. Zusätzlich baut Sinowolf derzeit das Geschäft mit Oberflächenmaterialien aus.
Egger sieht in der Beteiligung vor allem eine Ergänzung der eigenen Kantenaktivitäten. Der Holzwerkstoffhersteller produziert Kanten bereits an den Standorten Gebze in der Türkei und Brilon in Deutschland. Die Partnerschaft mit Sinowolf soll zusätzliche Fertigungskompetenz und mehr regionale Flexibilität bringen. „Der globale Kantenmarkt bietet erhebliche Chancen für weitere Entwicklung“, sagt Thomas Leissing aus der Egger-Gruppenleitung Finanzen/Verwaltung. Mit Sinowolf wolle Egger Stärken bei Technologie, Fertigung und Marktzugang verbinden. Gleichzeitig solle das Unternehmen eigenständig bleiben.
Auch Sinowolf verbindet mit der Beteiligung neue internationale Perspektiven. CEO Wilson Chu bezeichnet Egger als strategischen Partner für die nächste Entwicklungsphase. Bestehende Kundenkontakte, Produktqualität und Servicestandards sollen erhalten bleiben. Egger beschäftigt rund 12.000 Mitarbeitende und betreibt 22 Produktionsstandorte weltweit. Im Geschäftsjahr 2025/2026 erzielte die Gruppe einen Umsatz von rund 4,26 Milliarden Euro und produzierte 10,9 Millionen Kubikmeter Holzwerkstoffe und Schnittholz.
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