02.04.2026

Terrassendielen Markt dreht wieder leicht ins Plus

Bevor Huth die besseren Zahlen präsentiert, zieht er eine nüchterne Bilanz, denn auch im vergangenen Jahr bewegte sich kaum etwas. Im Gegenteil 2025 erreichte der Markt für Terrassendecks in Deutschland seinen Tiefpunkt mit nur 13,51 Millionen Quadratmetern Absatz und einem Rückgang von Minus 3,5 Prozent: „Mein Kollege nennt 2025 das verlorene Jahr“, erklärt Huth. Der Neubau schwächelte, aber auch im Bestand blieb vieles liegen. Die erhoffte Erholung blieb aus. Verbraucher hielten ihr Geld zusammen - neun bis zehn Prozent des Einkommens, legten sie im Schnitt zur Seite. Viele sind verunsichert.

Gleichzeitig flossen große Summen in energetische Maßnahmen. „2023 hat sich der Markt für Wärmepumpen verdoppelt “, erklärt Huth. Wer eine neue Heiztechnik einbauen ließ, investierte schnell 30.000 Euro und mehr. Für eine neue Terrasse blieb in vielen Fällen kein Spielraum mehr. Hinzu kamen die gestiegenen Bauzinsen. Kredite verteuerten sich, Projekte wurden neu kalkuliert, verschoben oder gleich ganz gestrichen.

Der von der GD Holz in Auftrag gegebene Marktüberblick, der bei der Mitgliederversammlung im Mai in Erfurt veröffentlicht wird, gibt Mut zur Hoffnung: denn die Absatzentwicklung von Terrassendecks erholt sich langsam wieder. Von den Spitzenwerten früherer Jahre bleibt der Markt zwar entfernt. Doch der Rückgang ist gestoppt.

Der Markt dreht wieder leicht nach oben

Nach dem Hoch von 2021 ging es mit dem Markt für Terrassendecks Jahr für Jahr bergab. 2023 fiel der Absatz um 14,4 Prozent auf 15,49 Millionen Quadratmeter, 2024 um 9,6 Prozent auf 14,01 Millionen bis zum absoluten Tiefpunkt 2025. Für 2026 rechnet B+L wieder mit einem Plus von 1,9 Prozent und 13,77 Millionen Quadratmetern. 2027 sollen weitere 2,9 Prozent hinzukommen, 2028 noch einmal 3,7 Prozent. Die Fläche würde damit auf 14,17 beziehungsweise 14,69 Millionen Quadratmeter steigen. Huth dämpft jedoch zu hohe Erwartungen: „Wir sind ganz weit weg von dem, was in der Vergangenheit draußen verlegt wurde.“


Neubau bringt Bewegung

Entscheidend für die weitere Entwicklung ist nun der Neubau. Die Zahl der Baugenehmigen steigt wieder, vor allem im Einfamilienhausbau, das für den Absatz von Terrassendielen eine wichtige Rolle spielt. B+L verzeichnet hier ein Plus von 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das Einfamilienhaus ist jetzt schon da, hat eine kürzere Realisierungsphase und kommt dann eben 2026 im Produktabsatz zur Realität“, erläutert Huth. Ein zusätzlicher Impuls entsteht durch Umzugsketten. Jeder Neubau führt zu mehr Renovierungen, da am Neubau vier bis fünf Umzüge hängen. Das bringt neue Projekte für Außenflächen mit sich.

Der Wettbewerb verändert sich
Im Wettbewerbsumfeld bleibt die Terrassendiele mit einem Anteil von 50 Prozent das wichtigste Material. Sie behaupten damit ihre starke Position im Markt für Terrassenbeläge. Beton- und Pflastersteine kommen auf rund 25 Prozent, keramische Außenfliesen auf 15 Prozent. Gerade dort sieht Huth Bewegung: „Der starke Gewinner sind eigentlich die keramischen Außenfliesen.“ Sie legten in der Schwächephase des Marktes spürbar zu.

Im Wettbewerb der Materialien bleibt WPC mit rund 35 Prozent Marktanteil führend. Heimische Nadelhölzer folgen, während Tropenhölzer weiter an Bedeutung verlieren.
Innerhalb des WPC-Marktes verschiebt sich die Nachfrage zunehmend in Richtung hochwertiger Produkte. „Hohlkammerprofile haben deutlich an Bedeutung verloren“, sagt Huth. Koextrudierte, ummantelte Systeme gewinnen dagegen weiter Marktanteile.

Mit dem Wegfall der sibirischen Lärche seit 2022 hat sich die Marktstruktur deutlich verändert. Besonders profitiert hat die Douglasie. „Zu 40 Prozent ist sie in diese Lücke gesprungen“, berichtet Huth. Aber auch kanadische Importe und europäische Alternativen haben Marktanteile übernommen.

Aufgeschobene Projekte kommen zurück

Ein wesentlicher Teil des Einbruchs betraf Projekte, die nicht zwingend sofort umgesetzt werden mussten. Die Marktforschung unterscheidet zwischen „Muss vs. Kann-Maßnahmen“. Wenn es reinregnet, dann ist es eine „Muss-Maßnahme“, Terrassen gehören zu den „Kann-Maßnahmen“ und damit zu Verschiebeprojekten. Viele Eigentümer entschieden: Die Terrasse hält noch eine Saison. Genau diese Entscheidungen verschoben das Volumen.
Nun werden einige dieser Vorhaben wieder aufgenommen. Der Markt gewinnt dadurch Schritt für Schritt an Stabilität. „Für 2026 sehen wir wieder eine leichte Entwicklung nach oben“, sagt Huth.


Perspektive mit Augenmaß

Der Markt für Terrassendielen wächst wieder, wenn auch auf niedrigerem Niveau als früher. Mit dem wieder anziehenden Einfamilienhausbau verbessert sich jedoch die Ausgangslage für die kommenden Jahre.

Die Prognose ist daher verhalten optimistisch: Der Markt für Terrassendielen dürfte ab 2026 wieder wachsen – getragen von Neubau, nachgelagerten Renovierungen und einer allmählichen Rückkehr der Investitionsbereitschaft. „Wir sehen wieder Wachstum,“ erklärt Huth. Der Markt bewegt sich – leise, aber in die richtige Richtung.


ZUR PERSON: Robin Huth

Der Marktforscher ist seit 2004 bei B+L Marktdaten beschäftigt. Sein Schwerpunkt liegt auf auftragsbezogenen Produkt-, Länder- und Zielgruppenuntersuchungen zur Ermittlung von Markt- und Absatzchancen rund um Bauen, Wohnen und Immobilien. Er war maßgeblich an der Erweiterung des Produktspektrums, der Methodenentwicklung und der Internationalisierung des Unternehmens beteiligt. Heute befasst er sich vor allem mit den Märkten für Gebäudehülle und Außenwohnbereich in Europa und Asien.

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Foto/Grafik: A/Tasnim
Der Markt für Terrassendielen erreichte 2025 seinen Tiefpunkt - ab 2026 erwartet B+L Marktdaten wieder leichtes Wachstum
Terrassendielen Markt dreht wieder leicht ins Plus
Foto/Grafik: B+L Marktdaten
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