10.10.2026
Elka investiert in neue Spanplattenproduktion
Elka-Holzwerke modernisiert sein Spanplattenwerk in Morbach bei laufender Produktion. Bis 2028 soll die Spanplattenproduktion grundlegend erneuert sein. Die Investitionssumme liegt über dem Jahresumsatz des Familienunternehmens. Geschäftsführender Gesellschafter Karl-Robert Kuntz sagte beim Richtfest, die bisherige Anlage bot langfristig keine wirtschaftliche Perspektive mehr. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen entschied sich Elka deshalb für den Neubau. Technik, Genehmigung, Finanzierung und Markt waren für Kuntz die vier entscheidenden Voraussetzungen für das Projekt. Ein Teil der Modernisierung ist bereits abgeschlossen. Dazu gehören ein modernes Zuschnittzentrum, eine neue Messerringzerspanung sowie erneuerte Anlagen für Siebung und Beleimung. Technischer Geschäftsführer Tobias Schmucker und Projektleiter Dr.-Ing. Alexej Simeth stellten beim Richtfest die nächsten Schritte vor. Geplant sind eine zentrale Biomasse-Energieanlage mit knapp 20 Megawatt Wärmeleistung, ein Niedertemperaturtrockner sowie geschlossene Lager für Sägespäne und Hackschnitzel. Hinzu kommt eine neue Form- und Pressenstraße mit einer Aufstellungslänge von rund 165 Metern. Für Kesselhaus und kontinuierliche Presse arbeitet Elka mit Dieffenbacher zusammen.
Mit dem Umbau will Elka den CO₂-Ausstoß am Standort um rund 40 Prozent senken. Künstliche Intelligenz soll künftig Maschinen-, Material- und Prozessdaten mit den Eigenschaften der fertigen Platten verknüpfen. Das Unternehmen will so Holz, Bindemittel und Energie gezielter einsetzen und Qualitätsabweichungen früher erkennen. Geschäftsführende Gesellschafterin Larissa Kuntz stellte beim Richtfest die Holzversorgung in den Mittelpunkt. Sie fordert einen Masterplan für Rheinland-Pfalz, der klimaangepassten Waldumbau, eine langfristige Rohstoffstrategie und die Weiterentwicklung des Holzbaus verbindet. Zudem verlangt sie verlässlich verfügbare Holzmengen und einen regelmäßigen Austausch zwischen Politik, Waldbesitz, Forstwirtschaft, Holzindustrie und Holzbau. Förderprogramme zur Stilllegung von Waldflächen lehnt sie ab. Ministerpräsident Gordon Schnieder verwies auf die wirtschaftliche Bedeutung der Forst-, Holz- und Papierwirtschaft in Rheinland-Pfalz. Das Cluster umfasst knapp 7.500 Unternehmen mit rund 54.000 Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro. Staatsministerin Christine Schneider betonte die Bedeutung einer verlässlichen heimischen Holzversorgung und einer aktiven Waldbewirtschaftung. Zum Richtfest kamen außerdem Landrat Andreas Hackethal sowie Gäste aus Politik, Wirtschaft, Forstwirtschaft, Verbänden und Bauindustrie. Zum Abschluss legten Larissa Kuntz und Gordon Schnieder gemeinsam eine Zeitkapsel in einen Grundsteinkubus, der in das Fundament der neuen Anlage eingebaut wird.
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